Geschichten von Tapsy und Maunzepaul

Tapsy kommt nach München

Am Samstag, dem 3. Juli machten wir uns auf den Weg nach Frankfurt. Tapsy war mit uns sofort gut Freund, Gerald spielte über drei Stunden lang mit der Minimiez während ich die anderen Katzen bei Gunda kennenlernte und am Liebsten gleich mit dem halben Rudel nach Hause gefahren wäre. Leider war wenig Zeit zum Plaudern, da Gunda auf dem Stadtfest schwer beschäftigt war und sich dennoch ein halbes Stündchen für Tapsys Verabschiedung abzwacken konnte. Tapsy bekam noch eine ordentliche Aussteuer mit (Schmusekissen gegen das Heimweh, Handtuch für über den Kennel zu legen im Auto, ein Beutelchen gebrauchter Katzenstreu, damit sie auch in München sofort erkennt, wo der richtige Platz für die Verrichtung dieser wichtigen Geschäfte ist und ein Minzekissen in den Kennel, damit sie "für Paule gut riecht" (O-Ton Gunda *ggg*). Gunda war froh, daß die "Krawallschachtel" nun endlich aus dem Haus kam, aber beim Abschied hatte ich dann doch den Eindruck, als hätte ich eine ganz versteckte, klitzekleine Abschiedsträne in Gundas Augenwinkel aufblitzen sehen ... ich kann mich natürlich aber auch täuschen *hüstel*, gell Gunda?

Die Heimfahrt ging zügig und problemlos, Tapsy schlief ab dem Frankfurter Kreuz bis nach München und die Zusammenführung der beiden Katzen lief so glatt, daß wir es kaum glauben konnten. Hierzu könnt ihr den Brief einer Katze lesen, den Tapsy nach ihrer Ankunft an Gunda geschrieben hat :-))). Alles war in der allerbesten Ordnung - bis zum Donnerstag Abend.

Wie es dazu kam, weiß ich nicht, ich war gerade in der Badewanne, Gerald schlief bereits. Auf einmal gab es ein Mordsgeschrei und Gekreische, die Katzen hatten sich völlig in der Wolle und ließen sich kaum mehr beruhigen. Tapsy verbrachte daraufhin die Nacht mit Klo, Freßnapf und Wasserschale bei Gerald im verschlossenen Schlafzimmer, Paule kam nicht mehr unter dem Sofa im Wohnzimmer hervor, auf dem ich nächtigte, und ich machte mir große Sorgen, daß das nun der Anfang einer innigen Feindschaft sein könnte, was ja nun wirklich nicht geplant gewesen war. Ich schlief schlecht in dieser Nacht.

Am nächsten Morgen stellte sich jedoch heraus, daß die beiden Katzen offenbar nur Grundsatzfragen des künftigen Zusammenlebens geklärt hatten, wobei nichts, aber auch gar nichts unerwähnt geblieben war. Tapsy legte sich morgens in der Küche rücklings vor Paule hin, köpfelte ihn an, schleckte ihm den Hals und rieb sich an seiner Flanke. Maunzepaul seinerseits genoß das sehr, rieb seine Nase an Tapsy und war sehr freundlich zu ihr. Und so ist das jetzt seit mehr als einer Woche. Man rauft spielerisch, frißt zusammen, gibt sich Nasenbussis und neulich hat Paule Tapsy sogar ein Wenig geputzt. Na also. Und in meinem Bett darf sie jetzt auch mit schlafen, Paule hat nichts mehr dagegen, solange sie in Höhe meiner Kniekehlen bleibt und ihm den Platz in meinem Arm nicht streitig macht. Wir scheinen es tatsächlich geschafft zu haben :-)))