Geschichten von Tapsy und Maunzepaul

Die ersten vier Wochen

Nach der Grundsatzdiskussion zwischen den beiden Katzen am Donnerstag herrscht Ruhe und Frieden im Hause derer zu Kurjo. Tapsy hat sich darauf verlegt, Paule nach dem Motto "Frechheit siegt, und weiblicher Charme erst recht" um ihre zarten Krallen zu wickeln, und unser Schmusebär von einem Kater läßt sich ihre Avancen gerne gefallen. Tapsy turtelt Paule regelrecht an und ich habe fast den Eindruck, der arme Kerl weiß oft nicht so recht, wie ihm geschieht :-). Erst frißt das freche Stück ihm den besten Happen vor der Nase weg und kaum will Paule sich entrüstet wehren, kriegt er eins über die Nase geschleckt und ein fettes Köpfelbussi. In diesen Momenten guckt unser Kater dann selten dämlich aus seinem Smoking ...

Paules Lieblingsplätze hat Tapsy alle der Reihe nach durchprobiert und für gut befunden. Paul beobachtete Tapsys Aktivitäten argwöhnisch, hat aber nach einem Blick zu mir und meinem "Paule, laß sie doch auch mal da liegen" davon Abstand genommen, sie von dort zu vertreiben. Er hat es dann mit dem berühmten "Wegschmusen" versucht, dabei aber den Kürzeren gezogen. Tapsy ist zwar wunschgemäß aufgesprungen, steuerte aber sofort den nächsten von Paules Stammplätzen an. Nach dem fünften "Umzug" gab Paule es dann schließlich auf. Inzwischen kann man sich die Plätze auch teilen, ab und zu gibt es dann auch ein kurzes "Darf ich mal meine Pfote auf deinen Bauch legen?", aber zu weiterreichenden Zärtlichkeiten ist es bislang doch noch nicht gekommen.

Was nicht ist, kann aber noch werden, es liegt bereits in der Luft :-). Beide traben ständig hintereinander her. Geht Paul auf den Balkon, tapst Tapsy sofort hinterher. Geht Paule aufs Klo, geht Tapsy auch. Spielt Paul mit der Fellmaus im Flur, jagt Tapsy mit. Geht Tapsy zu Frauchen, folgt ihr Paule an der Schwanzspitze. Hopst Tapsy in die leere Badewanne zum Bällchen spielen, muß Paule auch in die Wanne springen ... ihr versteht?

Es ist auf jeden Fall ein riesiges Glück für uns und die beiden Miezen, daß sie so gut miteinander klarkommen! Tapsy ist zwar ein sehr vorwitziges und quirliges kleines Katzenmädchen, aber sie ist auch ein ganz zartes Seelchen und eine liebeshungrige Kuschelhuschel. Sie hält es kaum länger als fünf Minuten ohne menschliche oder kätzische Gesellschaft aus und sucht dann laut und herzzerreißend miauend nach jemandem, der sich mit ihr beschäftigt. In solchen Momenten darf Paule ihr dann sogar die Ohren und den Hals waschen - und das macht er dann auch, und das gründlich :-).

Für ihre acht Monate ist Tapsy sehr klein und zierlich, kann aber fressen, wie ein Weltmeister. Sie ist in ihren Bewegungen noch ein richtiges Katzenkind und wenn ich mir ihre Pfötchen so betrachte, und mit Paules Tatzen vergleiche, so wird Tapsy wahrscheinlich eine eher kleine Katze bleiben. Das hindert Tapsy aber keineswegs daran, Paule regelmäßig beim Spielen in den Schwitzkasten zu nehmen - so ganz auf die hinterlistige Tour, von unten feste beide Pfötchen um den Nacken des Gegners gelegt und dauerhaft daran gezogen ... (Fotos von solchen Spielchens gibt's im Fotoalbum, beispielsweise im Album 2, siebtes Bild!). Paule tobt dann gerne mit und läßt Tapsy hin und denn auch mal gewinnen :-).

So, nun wünschen wir Euch wieder einmal viel Vergnügen beim Betrachten der Fotos und freuen uns auf einen möglichst sonnigen August in Balkonien!